Google Chrome: Fazit nach einem Tag

Gestern war es also soweit, Google hat den eigenen Browser “Chrome” vorgestellt und kurz darauf zum downloaden freigegeben. Ich glaube es gibt kaum eine Tageszeitung die nicht über den neuen Browser von Google berichtet hat. Und jetzt will ich meinen Senf zum Chrome abgeben, mit einem kleinen Test bzw. Fazit nach einem Tag!

Installation und erster Eindruck
Die Installation verlief ohne Probleme, Datei herunterladen und installieren – fertig. Während der Installation hat Chrome mir angeboten meine Bookmarks und Passwörter aus dem Firefox-Browser zu importieren. Das habe ich jedoch dankend abgelehnt, soll aber laut diversen anderen Testberichten ohne Probleme funktionieren.

Und da ist er also, der erste Browser von Google. Das Design des Browsers kann überzeugen, alles ist schlicht gehalten aber dennoch sehr übersichtlich. Die Menüleiste oben (Datei, Bearbeiten, Ansicht, usw..) sucht man in Chrome vergebens, die wurde von Google weggelassen. An der Stelle von der Menüleiste werden die Tabs angezeigt unterhalb davon die Adressliste. Keine schlechte Idee von Google, die Menüleiste wegzulassen, so hat es mehr Platz für das Anzeigen der Webseiten.

Geschwindigkeit
Und jetzt kommen wir zum spannenden Teil, wie schnell lädt der Browser eine Webseite.. Tja und ich muss sagen, ich war sehr überrascht! Das Teil ist verdammt schnell, vielleicht noch schneller als der (bis jetzt) schnellste Browser Opera 9.53. Die Seiten die ich besucht habe, hat der Browser ohne Probleme und fehlerfrei angezeigt. Hier zeigt die Webkit-Engine seine Stärke, die gleiche Engine wird übrigens auch im Apple Safari verwendet.

Funktionen und Sicherheit
Interessant finde ich den Inkognito-Modus bzw. das Inkognito-Fenster, so bald der aktiviert ist, werden keine Seiten im Verlauf oder im Cache gespeichert. Diese Funktion ist auch für den kommenden Internet Explorer 8 geplant.

Was bei Chrome speziell ist, die Tabs werden alle in einem eigenen Prozess ausgeführt, falls ein Tab abstürzt bleiben die anderen Tabs trotzdem verfügbar und können weiterhin ausgeführt werden. Im Windows Task-Manager kann man das gut nachvollziehen, für jedes Tab wird ein Prozess ausgeführt. Zudem verfügen die Tabs nur sehr wenig Rechte, damit ist man nicht so Anfällig auf Angriffe aus dem Internet. 100% sicher ist man aber auch damit nicht.

Auch ein Phishing-Filter führt Google Chrome mit sich, die Angaben werden in einer lokal gespeicherten Datenbank abgelegt. So die offizielle Version des Phishing-Filter, viele behaupten, dass auch Google auf die Datenbank zugriff hat, bestätigen kann ich dies nicht.

Es gibt aber nicht nur positives über Chrome zu berichten. Beispielsweise können Textpassagen mehr schlecht als recht ausgewählt werden. Meistens wird der falsche Teil vom Text kopiert oder eben gar nichts. Was auch sehr schade ist, der Browser kann keine RSS-Feeds verarbeiten, wie man es vom Firefox gewohnt ist. Darüber hinaus kann ich nicht verstehen, warum nicht alle Prozesse beendet werden, wenn man den Browser schliesst.

Ach ja und mit Adobe Shockwave hat der Browser auch einige Probleme..

Datenschutz, Adé?
Und dann wären wir noch beim Datenschutz bzw. der Privatsspähre. Es wird heftig über den Datenschutz diskutiert, nicht nur beim Google Chrome sondern bei praktisch allen Produkten von Google. Dennoch verwenden die meisten Google-Produkte oder zumindest die Google Suchmaschine. Ich habe nichts zu verstecken und verwende auch diverse Google-Produkte, aber in den Nutzungsbedingungen von Chrome sind einige Punkte aufgezählt die mich stören. Beispielsweise werden alle Adresseingaben an Google weitergeleitet, damit Google bessere Adressvorschläge machen kann. Hallo? Das geht für mich einfach zu weit. Ich will keine Adressvorschläge von Google und schon gar nicht, dass sie genau wissen auf welchen Seiten ich unterwegs bin. Mir ist bewusst, dass auch bei der Suchmaschine viel über das Nutzungsverhalten gespeichert wird, aber das will ich nicht noch direkt in meinem Browser haben..

Wie seht Ihr das, findet Ihr das okay?

Fazit
Man muss beachten, dass es sich bei der aktuellen Version von Google Chrome um eine Beta-Version handelt. Für das der Browser noch in der Betaphase steckt, kann sich der Browser wirklich sehen lassen. Er ist schnell, übersichtlich, nutzerfreundlich und ist bei mir bisher nicht abgestürzt.

Trotzdem, Google Chrome habe ich wieder von meiner Festplatte verbannt. Warum? Google will einfach zu viel über die Person vor dem Bildschirm wissen.. That’s it!

8 Kommentare zu “Google Chrome: Fazit nach einem Tag”

  1. Webstandard-Team schreibt:

    Er ist schneller als Opera, aber nicht schneller als Firefox 3.1 ;o)


  2. Saint Germain schreibt:

    Google-Chrome ist sehr schnell, aber es gibt keine addons…. Firefox ist “the best”.


  3. France1 schreibt:

    Solange es kein imacros add-on für Chrome gibt, bleibe ich bei firefox!


  4. Hasan schreibt:

    ich bleib vorerst firefox treu..


  5. Ran schreibt:

    datensammlung, die bei chrome noch stärker in den vordergrund tritt, trifft natürlich auf etwas unmut bei community. allerdings ist das jetzt halt mehr öffentlicher. ich vermisse ebenso wie France1 add-ons


  6. humfl schreibt:

    Also als ich dass mit den Websites gelesen habe dass die an Google weitergeleitet werden habe ich gerade noch einmal überlegt ob ich ihn downloade, ich meine ob ich nun in meinen Foren surfe oder auf Youtube Vids angucke geht dass NUR MICH etwas an!!

    Ich denke ich bleibe beim Mozilla!


  7. Werner Friedl schreibt:

    Da liefern die einen schönen Browser ab und dann so was.
    Ich selbst werde beim Firefox bleiben.
    Der muß nicht nach hause telefonieren.
    Aber jedem das seine.
    MFG
    Werner Friedl
    Martinsried bei München


  8. Tuning schreibt:

    Ich hatte Chrome mal in einer Virtual Machine installiert das hat mir gereicht. Google ist ja schlimmer als dieser Verein damals in der ehemaligen. Was die nicht alles Wissen. Jeder schreit wenn es um den Bundestrojaner geht aber bei Google werden alle kleinen Sachen genuzt egal was wo getrackt wird. Das macht stellenweise schon Angst.


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